Solingen diskutiert umstrittene Senkung der Klassenzimmertemperaturen auf 19 Grad
Jonas GüntherSolingen diskutiert umstrittene Senkung der Klassenzimmertemperaturen auf 19 Grad
Der Stadtrat von Solingen erwägt einen Plan, die Klassenzimmertemperaturen in diesem Winter auf 19 Grad Celsius zu senken. Eine endgültige Entscheidung soll nach den Herbstferien fallen. Der Vorschlag hat unter lokalen Politikern und Gremien eine Debatte ausgelöst.
Die Freie Demokratische Partei (FDP) lehnt die Idee ab. Jürgen Albermann, Fraktionsvorsitzender der FDP im Rat, argumentierte, dass ein Alleingang das falsche Signal senden würde. Zudem verwies er darauf, dass eine Temperatur von 19 Grad gegen die deutsche Arbeitsstättenverordnung und die Unfallversicherungsvorschriften verstoßen würde, die für Klassenzimmer mindestens 20 Grad vorschreiben.
Die FDP befürwortet stattdessen andere Energiesparmaßnahmen in Schulen, etwa Aufklärungskampagnen oder die Vermeidung unnötiger Lüftung in Fluren. Raoul Brattig, Vorsitzender des Schulausschusses, warnte jedoch, dass Schüler bereits während der Pandemie am stärksten belastet wurden. Sie sollten nun nicht zusätzlich unter Energiesparmaßnahmen leiden müssen, so Brattig.
Nachbarstädte wie Wuppertal und Remscheid gehen einen anderen Weg: Beide bestätigten, dass sie keine Pläne haben, die Heizung in ihren Schulgebäuden zu drosseln.
Die endgültige Entscheidung des Rates steht noch aus und wird erst nach den Herbstferien getroffen. Sollte der Vorschlag angenommen werden, könnte er mit bundesweiten Arbeitsplatzregelungen kollidieren. Sowohl die FDP als auch der Schulausschuss haben Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die Schüler geäußert.
