Solingen streitet über dunkle Schulhöfe – und verpasst eine Chance für Sicherheit und Nachhaltigkeit
Jonas GüntherSolingen streitet über dunkle Schulhöfe – und verpasst eine Chance für Sicherheit und Nachhaltigkeit
Streit um Beleuchtungskonzept: Solinger Schulhöfe bleiben im Dunkeln
Ein Plan zur Verbesserung der Beleuchtung auf Solinger Schulhöfen hat eine hitzige Debatte ausgelöst. Das Bürgerbündnis für Solingen (BfS) schlug ein nachhaltiges System mit LED-Lampen, Bewegungsmeldern und optionalem Solarstrom vor. Doch alle anderen Ratsfraktionen lehnten den Vorschlag kategorisch ab.
Das BfS argumentierte, dass eine bessere Ausleuchtung die Schulhöfe abends sicherer und einladender machen würde. Ziel der Initiative war es, Energiekosten zu senken und schlecht beleuchtete Bereiche zu reduzieren, die Jugendliche oft meiden. Die Gruppe verwies zudem auf Rückmeldungen junger Menschen, die dunkle Ecken als einschüchternd beschrieben hätten.
Sämtliche sieben oppositionelle Fraktionen – CDU, SPD, Grüne, Die Linke, FDP, SG Zukunft und AfD – stimmten geschlossen gegen den Antrag. BfS-Sprecher Paul Bender nannte die Entscheidung "heuchlerisch" und verwies auf die öffentlich bekundete Unterstützung der Parteien für Klimaschutz und Sicherheit. Er warf ihnen vor, ihre Pflicht zum Schutz von Kindern zu vernachlässigen und diese "buchstäblich im Dunkeln" zu lassen.
Bender warnte, die Ablehnung sende ein "katastrophales Signal" an Familien in der gesamten Stadt. Das BfS kündigte an, das Thema erneut in den Rat einzubringen und auf praktikable Lösungen zu drängen, die Sicherheit, Nachhaltigkeit und öffentliche Nutzung in Einklang bringen. Zwar befürwortet die Gruppe die Öffnung von Schulhöfen für Freizeitaktivitäten, doch die mangelhafte Beleuchtung verwandle diese nach Sonnenuntergang in "No-Go-Areas".
Das BfS will weiter für energieeffiziente Beleuchtung kämpfen und diese als Maßnahme für mehr Sicherheit und Umweltschutz vermarkten. Als nächsten Schritt plant die Gruppe, den Antrag in künftigen Ratssitzungen erneut vorzulegen. Der Streit spiegelt die grundsätzlichen Spannungen wider, wie öffentliche Räume gestaltet werden sollen – zwischen Sicherheitsbedürfnissen und Klimazielen.






