Solingens Innenstadt am Scheideweg: Braucht es jetzt einen radikalen Strategiewechsel?
Tobias FischerSolingens Innenstadt am Scheideweg: Braucht es jetzt einen radikalen Strategiewechsel?
Solingens Innenstadt kämpft seit Jahren mit dem Niedergang. Leerstehende Läden, ein schrumpfendes Warenangebot und fehlende Gastronomie oder Begegnungsstätten haben das Viertel an den Rand der Handlungsunfähigkeit gebracht. Wirtschaftliche und soziale Herausforderungen verschärfen die Krise zusätzlich.
Die Gründe für den Abwärtstrend sind vielfältig – und teilweise nicht in der Hand der Stadt. Der Onlinehandel und die Abwanderung von Dienstleistungen in größere Städte spielen dabei eine zentrale Rolle. Lokale Entscheidungsträger haben zwar Einzelprojekte und Fachkonzepte vorangetrieben, doch ein umfassendes Gesamtkonzept fehlt bisher.
Walsken plädiert für einen grundlegenden Strategiewechsel. Statt isolierter Maßnahmen fordert er einen ganzheitlichen Plan für den gesamten Ringschluss um die Innenstadt – mit Schwerpunkten in Stadtplanung, Verkehr, Kultur, Klima, sozialen Bedürfnissen und Gemeinschaftsförderung.
Konkrete Vorschläge liegen auf dem Tisch: eine engere Verzahnung der Glasernen Werkstatt mit lokalen Start-ups, mehr Studentenwohnheimplätze und dezentrale Gesundheitsversorgung. Walsken sieht die Aufwertung der Innenstadt und angrenzender Gebiete wie der Mangenberger Straße oder des Werwolf-Viertels als entscheidend. Besonders wichtig sei es, eine moderne, mobile und gut verdienende Zielgruppe anzuziehen – als Schlüssel für die Erholung.
Investitionen in die Innenstadt zahlen sich langfristig aus, betont Walsken. Partner wie die Spar- und Bauverein Solingen könnten moderne, energieeffiziente Lösungen für die Zukunft der Stadt vorantreiben. Ein durchdachtes Masterplan-Konzept könnte den Niedergang stoppen. Mit gezielten Maßnahmen und nachhaltigen Investitionen ließe sich der Trend umkehren – vorausgesetzt, sowohl das Zentrum als auch seine umliegenden Quartiere werden aufgewertet.
