Velbert diskutiert lebensverlängernde Maßnahmen und Patientenrechte bei Sterbebegleitung
Lotta MüllerVelbert diskutiert lebensverlängernde Maßnahmen und Patientenrechte bei Sterbebegleitung
Informationsveranstaltung zu lebensverlängernden Maßnahmen in Velbert
Ende dieses Monats findet in Velbert eine Informationsveranstaltung zu lebensverlängernden medizinischen Maßnahmen statt. Die kostenlose Veranstaltung, die für gesetzliche Betreuer:innen und die Öffentlichkeit offen ist, soll rechtliche und ethische Fragen rund um die Sterbebegleitung klären. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die Veranstaltung wird vom Pflegeamt der Stadt Velbert gemeinsam mit der Bergischen Diakonie Aprath und dem SKFM Velbert/Heiligenhaus organisiert. Sie findet am Donnerstag, dem 26. März, von 17:00 bis 18:30 Uhr in der Villa B, Höferstraße 37, statt.
Sebastian Schmitz vom Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgungsteam (SAPV) im Kreis Mettmann wird die Diskussion leiten. Sein Vortrag konzentriert sich auf verfügbare Entscheidungsgrundlagen sowie den rechtlichen Rahmen für lebenserhaltende Behandlungen.
Das Thema hat in Deutschland in den letzten fünf Jahren stark an Bedeutung gewonnen. 2020 beschloss der Bundestag eine Resolution, die das Recht von Patient:innen bekräftigt, Therapien – einschließlich Ernährung und Flüssigkeitszufuhr in der Palliativversorgung – abzulehnen. Ein Urteil des Bundesgerichtshofs (Aktenzeichen XII ZB 13/21) präzisierte 2022, dass medizinisches Personal nicht verpflichtet ist, aussichtslose Behandlungen durchzuführen. 2023 folgten Änderungen im Betreuungsrecht (§ 1901a BGB), die die Patientenautonomie bei Vorsorgeverfügungen stärkten. Zuletzt beschäftigte sich 2024 ein Berliner Amtsgericht mit dem Absetzen von Flüssigkeitsgabe – ein weiterer Beleg für die anhaltenden Debatten über Würde, Selbstbestimmung und medizinische Verhältnismäßigkeit.
Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit, sich mit den komplexen rechtlichen und ethischen Aspekten der Sterbebegleitung auseinanderzusetzen. Die Teilnehmer:innen erfahren mehr über aktuelle Regelungen, Gerichtsentscheidungen und praktische Hilfestellungen für fundierte Entscheidungen. Die Veranstaltung richtet sich sowohl an Betreuer:innen als auch an Einzelpersonen, die vor solchen schwierigen Fragen stehen.






