Verlage und FFF-Bündnis reformieren Pressevertrieb – Großhändler kämpfen um ihre Zukunft
Jonas GüntherVerlage und FFF-Bündnis reformieren Pressevertrieb – Großhändler kämpfen um ihre Zukunft
Führende deutsche Verlage schmieden mit dem FFF-Bündnis die Neuordnung der Presseverteilung
Die großen deutschen Verlage haben sich im FFF-Bündnis zusammengeschlossen, um die Presseverteilung grundlegend umzugestalten. Die Gruppe plant, die derzeit 13 regionalen Großhändler durch einen einzigen zentralen Großhändler bis 2027 zu ersetzen. Der Vorstoß hat bereits rechtliche Gegenwehr der bestehenden Vertriebspartner ausgelöst.
Zum FFF-Bündnis zählen namhafte Verlage wie Axel Springer, die Bauer Media Group und die Süddeutsche Zeitung. Ihr Vorschlag sieht vor, bis Ende 2026 die Presse-Grosso-Allianz (PGA) als alleinigen bundesweiten Großhändler aufzubauen. Der Betrieb soll dann ab 2027 starten.
Nur vier Großhändler – 4Press, Qtrado, PVG und Trunk – würden im neuen System den vollen Status als „Systempartner“ behalten. Die übrigen Unternehmen würden zu reinen Logistikdienstleistern herabgestuft. Mehrere betroffene Großhändler, darunter Jost, Mietke und PDG, haben bereits Klage gegen die Kündigung ihrer Verträge eingereicht.
Im Juni 2023 wies das Landgericht Dortmund Eilanträge von PDG und Lütkemeyer ab. Dennoch setzt der Bundesverband Presse-Grosso weiterhin auf juristische Mittel, um die Reform zu blockieren. Die Bundeskartellamt hat sich vorerst zurückhaltend gezeigt und nach Anpassungen der Pläne durch die Verlage vorerst auf ein Einschreiten verzichtet.
Ziel der Umstrukturierung durch das FFF-Bündnis ist eine Zentralisierung des Pressevertriebs in ganz Deutschland. Kritiker warnen jedoch, dass dadurch der faire Wettbewerb und die Medienvielfalt gefährdet werden könnten. Mit dem geplanten Start 2027 dürften die rechtlichen Auseinandersetzungen und die regulatorische Prüfung weiter an Fahrt aufnehmen.
