19 March 2026, 14:24

Westfalen-Lippe kämpft mit bundesweit schlimstem Hausärztemangel – doch Lösungen brauchen Jahrzehnte

Balkendiagramm, das die Anzahl der in Deutschland mit Krebs diagnostizierten Personen zeigt, auf einem weißen Hintergrund.

Mangel an Hausärzten in NRW: Streit um effektive Maßnahmen - Westfalen-Lippe kämpft mit bundesweit schlimstem Hausärztemangel – doch Lösungen brauchen Jahrzehnte

Nordrhein-Westfalens Region Westfalen-Lippe leidet unter massivem Hausärztemangel – und liegt bundesweit auf dem letzten Platz

In der Region Westfalen-Lippe gibt es nur noch 61 Hausärzte pro 100.000 Einwohner – deutlich weniger als der Bundesdurchschnitt von 67. Damit belegt die Region den letzten Platz in Deutschland. Die politische Debatte um Gegenmaßnahmen verschärft sich, während die Opposition die Landesregierung zum Handeln drängt.

Aktuelle Daten des Bundesärzteregisters unterstreichen das Ausmaß der Krise: Um den bundesweiten Durchschnitt zu erreichen, bräuchte die Region etwa 925 zusätzliche Hausärzte. Die SPD wirft Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) vor, das Problem zu ignorieren. Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Lisa-Kristin Kapteinat bezeichnete die Zahlen als "vernichtendes Urteil" über seine Bilanz. Der CDU-Abgeordnete Daniel Hagemeier konterte, die Forderung der SPD nach einer Debatte sei der "Eigentor des Monats".

Die Landesregierung hat bereits Maßnahmen ergriffen: Ein 2009 gestartetes Hausarzt-Förderprogramm ermöglichte die Neugündung von über 1.000 Praxen in unterversorgten Gebieten, wobei 80 Prozent der Mittel nach Westfalen-Lippe flossen. Zudem führte NRW als erstes Bundesland eine Landarztquote ein – 1.100 Medizinstudierende haben sich verpflichtet, nach ihrem Abschluss zehn Jahre lang als Hausärzte in der Region zu arbeiten. Doch wegen der langen Ausbildungsdauer werden die ersten Absolventen dieses Programms frühestens 2030 in die Praxis starten.

Laumann verteidigte seine Strategie und betonte, dass die Lösung des Ärztemangels langfristige Planung erfordere – über eine einzige Legislaturperiode hinaus. Vorwürfe, untätig zu sein, wies er zurück und verwies auf laufende Initiativen, die die Krise mittelfristig entschärfen sollen.

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Der Hausärztemangel in Westfalen-Lippe bleibt ein drängendes Problem, während die politische Auseinandersetzung über die besten Lösungsansätze anhält. Zwar soll die Landarztquote langfristig für mehr Hausärzte sorgen, doch bis die ersten Teilnehmer ihre Tätigkeit aufnehmen, werden noch Jahre vergehen. Bis dahin setzt die Region weiter auf bestehende Förderprogramme und Finanzhilfen, um die Versorgungslücken zu überbrücken.

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