152 Castor-Behälter mit Atommüll rollen von Jülich nach Ahaus – trotz Proteste und ohne Endlager
Jonas Günther152 Castor-Behälter mit Atommüll rollen von Jülich nach Ahaus – trotz Proteste und ohne Endlager
Deutschland bereitet Transport von 152 Castor-Behältern mit Atommüll von Jülich nach Ahaus vor
Nächste Woche soll der Transport von 152 Behältern mit hochradioaktivem Abfall vom Forschungszentrum Jülich nach Ahaus beginnen. Die Verlegung erfolgt nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten und Protesten gegen die Lagerung des strahlenden Materials. Trotz anhaltender Kritik werden die ersten Transporte nun kurzfristig starten.
Der Atommüll lagert bereits seit vier Jahrzehnten im Forschungszentrum Jülich – lange nach der Stilllegung des dortigen Versuchsreaktors im Jahr 1988. Ein Endlagerstandort steht bis heute nicht fest, sodass das Material weiterhin in einer Zwischenlagerung verbleibt.
Das Forschungszentrum Jülich verwahrt den nuklearen Abfall seit den 1980er-Jahren, nachdem der Reaktor abgeschaltet wurde. Seit elf Jahren betreibt die Anlage die Lagerung jedoch ohne gültige Genehmigung, was zu anhaltenden politischen und juristischen Auseinandersetzungen führte. Die Behörden verweigerten eine Verlängerung der Lagerlizenz, wodurch die Verlegung erzwungen wurde.
Ab nächster Woche sollen in mehr als 50 Transporten die ersten Behälter nach Ahaus gebracht werden – obwohl auch die Genehmigung für das dortige Zwischenlager 2036 ausläuft. Lokale Aktivisten und die Stadt Ahaus hatten versucht, den Transport zu stoppen, scheiterten jedoch vor Gericht. Wohin der Müll langfristig kommt, bleibt weiterhin unklar; er landet vorerst erneut in einer provisorischen Lösung.
Unterdessen hat die Debatte über die Kernenergie in Deutschland neue Fahrt aufgenommen. Ursula von der Leyen und Emmanuel Macron setzen sich für eine Neubewertung der Atomkraft ein, einschließlich kleiner modularer Reaktoren (SMR). Weltweit sind derzeit vier dieser Mini-Meiler in Betrieb – zwei in Russland, je einer in China und Japan. In westlichen Ländern gibt es bisher keine. Projekte laufen unter anderem in den USA, Großbritannien und Argentinien, doch konkrete Pläne in Deutschland fehlen noch.
Der Atommüll wird in mehreren Etappen transportiert; alle 152 Castor-Behälter sollen in den kommenden Monaten in Ahaus eintreffen. Rechtliche Klagen und Proteste hatten den Prozess verzögert, doch weitere Hindernisse gibt es nicht mehr. Die grundsätzliche Diskussion über die Kernenergie in Deutschland dauert indes an – eine Lösung für die Endlagerung ist jedoch nicht in Sicht.






