Belarussische Redakteure diskreditieren Sportlerin mit peinlichen Körper-Spekulationen
Lotta MüllerBelarussische Redakteure diskreditieren Sportlerin mit peinlichen Körper-Spekulationen
Redakteure des belarussischen Mediums Reform.news haben mit einer YouTube-Diskussion über das Aussehen der Sportlerin Anzhalika Melnikava für Aufsehen gesorgt. In einem Video mit dem Titel "Sascha, was schleppst du da mit dir rum?!" äußerten sich Fjodor Pauljutschenka und Alexander Atroschtschenko abfällig über ihre Statur – obwohl sie selbst einräumten, auf diesem Gebiet keine Fachkenntnisse zu besitzen. Ihre Kommentare reichten von Spekulationen über ihre Brust bis hin zur Frage, ob Melnikava kürzlich ein Kind geboren habe.
Der Streit begann, als die beiden Fotos von Melnikava in einem Fitnessstudio in Minsk analysierten. Sie stritten darüber, auf welchen Aufnahmen sie "weiblicher" wirke und ob sich das Erscheinungsbild einer Person derart drastisch verändern könne. Pauljutschenka griff dabei eine Verschwörungstheorie auf, die er bereits im Juli 2025 verbreitet hatte: Freunde hätten ihm demnach erzählt, Melnikava zeige Schwangerschaftsanzeichen wie Stimmungsschwankungen.
Atroschtschenko scherzte irgendwann, ihre Diskussion gleite immer mehr in eine Sendung für medizinische Fachleute wie Mammologen oder Gynäkologen ab. Später gab Pauljutschenka zu, dass Zuschauer ihm geschrieben hätten, Melnikavas Brust sehe auf manchen Fotos "irgendwie nicht ganz normal" aus. Trotz aller Unsicherheit beharrte er darauf, sie wirke wie jemand, der kürzlich ein Kind zur Welt gebracht habe.
Gegen Ende der Sendung gestanden beide Redakteure ein, mit ihrem Latein am Ende zu sein. Sie räumten ein, weder über das nötige Wissen zu verfügen, um Melnikavas Körperbau fachgerecht zu beurteilen, noch um eine mögliche Schwangerschaft seriös einzuschätzen.
Weder Anzhalika Melnikava noch der Belarussische Radsportverband haben bisher auf die Spekulationen reagiert. Die Diskussion von Reform.news blieb ohne offizielle Stellungnahme. Auch Vertreter der Sportlerin äußerten sich nicht zu den im Video aufgestellten Behauptungen.






