Betrugsring aus Bielefeld: Systematische Abzocke mit Schädlingsbekämpfung und Rohrreinigung

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Fliegen sind auf einer Kiste mit Gras am Boden.

Betrugsvorwürfe: Überteuerte Rechnungen, Kein Service - Betrugsring aus Bielefeld: Systematische Abzocke mit Schädlingsbekämpfung und Rohrreinigung

Fünf Personen aus Arminia Bielefeld müssen sich wegen des Vorwurfs verantworten, über Jahre hinweg einen systematischen Betrugsring betrieben zu haben. Die Gruppe soll demnach überteuerte Rechnungen für Schädlingsbekämpfung und Rohrreinigungen ausgestellt haben, ohne die vereinbarten Leistungen oftmals überhaupt zu erbringen. Ermittlungen zufolge könnte der Schwindel bis zu sechs Jahre gedauert haben, mit Hunderten Geschädigten in ganz Deutschland.

Der Betrug flog auf, nachdem mehr als 400 Anzeigen gegen die Beschuldigten eingereicht worden waren. Die Behörden nahmen sie im September 2024 fest, doch gegen zehn weitere Personen wird noch ermittelt. Einige Verfahren wurden bereits eingestellt.

Der Gruppe wird bandenmäßige gewerbsmäßige Betrugsdelikte zur Last gelegt, mit rund 167 Einzeltaten und einem Gesamtschaden von etwa 113.500 Euro. Opfer berichten, sie seien unter Druck gesetzt worden, überhöhte Beträge bar oder per Karte zu zahlen – nur um später festzustellen, dass die Arbeiten mangelhaft oder gar nicht ausgeführt wurden. In einigen Fällen führte die schlampige Dienstleistung sogar zu erheblichen Sachschäden. Einer der Angeklagten hatte 2018 ein Unternehmen angemeldet, das Schlüsselnotdienste, Rohrreinigungen und Schädlingsbekämpfung anbot. Zwar führte die Bande gelegentlich selbst Aufträge aus, agierte jedoch meist im Hintergrund und beauftragte unqualifizierte Arbeitskräfte mit den Dienstleistungen.

Die fünf Hauptbeschuldigten sind weiterhin auf freiem Fuß; nur einer von ihnen hat bisher im Verhör eine Aussage gemacht. Die Bielefelder Staatsanwaltschaft hat zudem einen 45-jährigen Mann ermittelt, der mit dem Betrugsring in Verbindung stehen soll. Seit Dezember 2024 sitzt er in Untersuchungshaft; ein Haftbefehl wurde beantragt. Das Ausmaß der Machenschaften deutet auf mögliche Verknüpfungen zu überregionalen kriminellen Netzwerken in Deutschland hin.

Die Sache wird nun vor dem Landgericht Bielefeld verhandelt, die Anklage ist offiziell erhoben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die 167 dokumentierten Straftaten nur einen Bruchteil der tatsächlichen Aktivitäten der Bande widerspiegeln. Die finanziellen und operativen Dimensionen des Betrugs bleiben weiterhin Gegenstand der Untersuchungen.

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