21 March 2026, 08:16

NRW-Pläne für ABC-Klassen: Warum das Sprachförderprogramm in der Kritik steht

Gruppe von Menschen auf einem Sofa sitzend, einige halten Bücher und Stifte, mit 'International Education Week IEW 2016' Text in der Mitte, in ein Gespräch vertieft.

NRW-Pläne für ABC-Klassen: Warum das Sprachförderprogramm in der Kritik steht

Geplantes Sprachförderprogramm in Nordrhein-Westfalen stößt auf Kritik

Ein vorgeschlagenes Sprachförderprogramm in Nordrhein-Westfalen sorgt bei lokalen Politikern und Fachleuten für Kontroversen. Die ABC-Klassen-Initiative, die 2028/2029 starten soll, zielt darauf ab, frühe Sprachkompetenzen durch zusätzlichen Unterricht außerhalb der Kitas zu stärken – doch viele befürchten, dass der Plan mehr schadet als nützt.

Während CDU und Grüne in Solingen frühe Sprachförderung grundsätzlich befürworten, lehnen sie das aktuelle Konzept ab. Stattdessen fordern sie eine Stärkung der bestehenden Kita-Strukturen, etwa durch bessere Personalschlüssel und erweiterte Programme. Die Herausnahme von Kindern aus ihren vertrauten Gruppen, warnen sie, könnte Tagesabläufe stören und diejenigen stigmatisieren, die eigentlich Unterstützung brauchen.

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Die lokale Expertin Maja Wehrmann betonte die Risiken von Ausgrenzung: Wer Kinder aus ihren Gruppen nehme, untergrabe Inklusion und beeinträchtige das soziale Lernen. Jessica Schliewe ergänzte, dass Sprachfähigkeiten am besten in vertrauten Beziehungen und alltäglichen Interaktionen wüchsen – genau das bieten Kitas bereits.

Kritiker monieren zudem mangelnde Abstimmung zwischen Land und Kommunen. Wichtige Akteure wie das Kommunale Integrationszentrum wissen noch nicht, wie das neue System mit bestehenden Förderangeboten verzahnt werden soll. Simone Lammert warnte, die ABC-Klassen könnten ein Parallelsystem schaffen, statt die vorhandenen Strukturen zu stärken.

Lokale Politiker drängen nun auf eine Überarbeitung. Gefordert werden klarere Planungen und ein Modell, das auf bewährten Strukturen aufbaut, statt sie zu ersetzen.

Die Debatte um das ABC-Klassen-Programm in Nordrhein-Westfalen offenbart tiefe Bedenken hinsichtlich seiner Auswirkungen. Ohne bessere Einbindung in bestehende Systeme droht die Initiative, Lernprozesse zu stören und ihre Ziele zu verfehlen. Die Verantwortlichen sehen sich zunehmend unter Druck, das Konzept vor dem Start 2028 grundlegend zu überarbeiten.

Quelle