Pflegenotstand in Düsseldorf und Mönchengladbach: Wenn Bewohner:innen selbst Hand anlegen müssen

Admin User
2 Min.
Zwei Frauen sitzen auf einer Couch und halten Babys, mit Kissen drumherum, vor einer weißen Wand, mit einem Schreibtisch, Büchern und einer Zimmerpflanze links daneben.

Pflegenotstand in Düsseldorf und Mönchengladbach: Wenn Bewohner:innen selbst Hand anlegen müssen

Pflegeheime in Düsseldorf und Mönchengladbach kämpfen mit massivem Personalmangel, während die Nachfrage nach Pflegeplätzen weiter steigt. Viele Einrichtungen sind inzwischen auf ausländische Fachkräfte angewiesen, um die Lücken zu schließen – doch lange Wartelisten lassen ältere Menschen oft monatelang auf einen Platz warten. Die Situation ist so angespannt, dass in manchen Häusern sogar Bewohner:innen bei einfachen Tätigkeiten mithelfen müssen.

In Düsseldorf ist bereits jede:r Zehnte auf Langzeitpflege angewiesen – ein höherer Wert als im Großteil von Nordrhein-Westfalen. Und die Lage wird sich weiter verschärfen: Prognosen zufolge steigt der Bedarf an ambulanter Pflege bis 2050 um 33 Prozent. Fast 90 Prozent der Pflegebedürftigen in der Region werden derzeit zu Hause versorgt, doch auch die stationären Einrichtungen kommen kaum noch nach.

Das Caritas-Pflegeheim in Mönchengladbach-Holt wirbt mittlerweile Krankenschwestern aus den Philippinen an, um den Mangel zu lindern. Vor Ort gibt man offen zu: Kaum noch Auszubildende bewerben sich, jedes Jahr beginnen nur eine Handvoll neue Kräfte. Einige Bewohner:innen, die oft schon jahrelang auf Pflege angewiesen waren, bevor sie einzogen, springen wegen des Personalnotstands bei kleinen Aufgaben ein. Mönchengladbach selbst verzeichnet eine der höchsten Pflegequoten der Region – mehr als jede:r Zehnte bezieht hier Langzeitpflegeleistungen. Expert:innen führen das auf die Arbeitergeschichte der Stadt zurück, insbesondere die einst blühende Textilindustrie, die viele ältere Beschäftigte mit gesundheitlichen Spätfolgen hinterließ.

Da die Nachfrage das Personalangebot bei Weitem übersteigt, setzen Pflegeheime in der Region zunehmend auf internationale Rekrutierung. Die Wartelisten werden länger, und Einrichtungen wie das Caritas-Heim in Mönchengladbach-Holt sind mittlerweile auf ausländische Fachkräfte und die Mithilfe der Bewohner:innen angewiesen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Die Entwicklung deutet auf eine weitere Zunahme der Belastung für die lokale Pflegeinfrastruktur in den kommenden Jahren hin.