Falsche Plakate für kostenlosen Nahverkehr an über 20 Bahnhöfen entdeckt
Falsche Plakate für kostenlosen Nahverkehr an über 20 Bahnhöfen entdeckt
Gefälschte Plakate, die kostenlosen ÖPNV bewerben, sind an über 20 deutschen Bahnhöfen aufgetaucht. Die Anzeigen, die wie offizielle Mitteilungen der Deutschen Bahn gestaltet sind, wurden von Klimaaktivisten angebracht. Die Gruppe hinter der Aktion hat sich inzwischen zu der Kampagne bekannt.
Das Aktivistenkollektiv Widerstands-Kollektiv gab an, für die Plakate verantwortlich zu sein, auf denen ein fiktives "Null-Euro-Ticket" beworben wird. Die Gruppe formierte sich Anfang 2025, nachdem sich die Klimabewegung Letzte Generation in zwei Flügel gespalten hatte. Seither setzt sie auf provokante Aktionen, darunter das Ablassen von Reifen an Tesla-Fahrzeugen in Berlin sowie das Verändern echter Werbung, um für Klimaschutz zu werben.
Die Deutsche Bahn stufte die Plakate umgehend als Fälschungen ein. Das Unternehmen schloss rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen nicht aus. Unterdessen bestätigte das Werbeunternehmen Ströer, die gefälschten Aushänge von den Bahnhöfen entfernt zu haben.
Neben den Plakaten schalteten die Aktivisten eine Website unter bahn-kostenlos.info frei, um ihre Forderung nach kostenlosem Nahverkehr zu verbreiten. Ihr Ziel ist es, Mittel aus Firmenwagen-Subventionen in den öffentlichen Verkehr umzulenken. Die Gruppe beharrt darauf, legal zu handeln, und argumentiert, man wolle eine Debatte über die deutsche Verkehrspolitik anstoßen.
Adbusting – also das Verändern oder Ersetzen von Werbung durch politische Botschaften – kann strafbar sein, wenn damit Diebstahl oder Sachbeschädigung einhergeht. 2025 bestätigte das Bundesverfassungsgericht, dass solche Fälle je nach Umständen geahndet werden können.
Die Kampagne lenkt die Aufmerksamkeit auf die Forderungen nach kostenlosem ÖPNV. Während die Deutsche Bahn und Ströer ihre weiteren Schritte prüfen, betonen die Aktivisten, ihre Aktionen seien gerechtfertigt. Die Diskussion über Verkehrsfinanzierung und Klimaschutzmaßnahmen dürfte damit anhalten.
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