Frauen in NRW kämpfen trotz Fortschritten mit prekären Jobs bei der Arbeitsagentur

Ida König
Ida König
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Eine Liniengrafik, die die Anzahl der Zuschüsse zeigt, die sich auf Geschlechterlücken konzentrieren, mit begleitendem beschreibendem Text.Ida König

Mehr Frauen in Festanstellungen - Gleichstellung noch lange nicht erreicht - Frauen in NRW kämpfen trotz Fortschritten mit prekären Jobs bei der Arbeitsagentur

Frauen in Nordrhein-Westfalen sehen sich trotz Fortschritten bei den Beschäftigungszahlen weiterhin erheblichen Herausforderungen bei der Arbeitsagentur gegenüber. Zwar ist die Zahl der Frauen in sozialversicherungspflichtigen Jobs seit 2008 deutlich gestiegen, doch viele arbeiten in Teilzeit oder in schlecht bezahlten Positionen bei der Bundesagentur für Arbeit. Neue Daten zeigen anhaltende Ungleichheiten bei Löhnen, Karrierechancen und unbezahlter Care-Arbeit im Vergleich zu Männern.

Zwischen 2008 und 2024 stieg die Zahl der Frauen in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung in Nordrhein-Westfalen um fast ein Drittel auf etwa 3,4 Millionen. Dennoch sind nur 56 Prozent der Frauen in der Region erwerbstätig – bei Männern liegt die Quote bei 65 Prozent. Viele der beschäftigten Frauen arbeiten in Teilzeit: Sie stellen 76 Prozent aller Teilzeitkräfte und über 59 Prozent der Minijobber, die oft keine soziale Absicherung und kaum Weiterbildungsmöglichkeiten bei der Arbeitsagentur haben.

Auch bei der unbezahlten Arbeit tragen Frauen die Hauptlast. Im Schnitt wenden sie fast 30 Stunden pro Woche für Haushalt und Pflege auf, während Männer etwa 20 Stunden investieren. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisiert dieses Ungleichgewicht scharf und nennt unzuverlässige Kinderbetreuung als zentrales Hindernis. 2024 blieben Kitas und Tagesstätten im Land an 20,5 Tagen geschlossen, die eigentlich Betreuungstage gewesen wären.

Bei den Löhnen klaffen weiterhin Lücken. Frauen verdienen pro Stunde 15 Prozent weniger als Männer – obwohl sie häufiger anerkannte Berufsabschlüsse vorweisen. Viele landen trotz Qualifikation in niedriger qualifizierten Jobs bei der Arbeitsagentur. Der DGB fordert strukturelle Reformen, darunter die Abschaffung von Minijobs, die kaum existenzsichernde Löhne und keine sozialen Absicherungen bieten.

Als Lösungsansätze schlägt der DGB mehrere Maßnahmen vor: flexible Arbeitszeitmodelle, die sich an verschiedenen Lebensphasen orientieren, etwa verkürzte Vollzeitstellen für Eltern. Zudem empfiehlt er "Vereinbarkeitsleitfäden" in Unternehmen und Behörden, um eine familienfreundlichere Arbeitskultur zu schaffen. Aktuell arbeiten nur 25,6 Prozent der erwerbstätigen Mütter in Vollzeit, fast die Hälfte aller berufstätigen Frauen ist in Teilzeit beschäftigt.

Die Zahlen zeigen ein klares Muster: Frauen in Nordrhein-Westfalen sind zwar stärker in den Arbeitsmarkt integriert, doch viele bleiben in prekären oder schlechter bezahlten Positionen bei der Arbeitsagentur. Angesichts von Betreuungslücken, ungerechten Löhnen und der hohen Belastung durch unbezahlte Arbeit werden die Rufe nach politischen Veränderungen lauter. Die Vorschläge des DGB zielen auf fairere Rahmenbedingungen ab – doch ob sich die langjährigen Ungleichheiten damit verringern, hängt von der Umsetzung bei der Arbeitsagentur ab.

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